Fast 100-jährige Kleinseilbahn darf weiterfahren

Die Kleinseilbahn Fell-Spies in Oberrickenbach NW ist gerettet

Die fast 100-jährige Kleinseilbahn Fell-Spies darf weiterfahren. Im Kanton Nidwalden gibt es 23 solche Kleinseilbahnen.

Sie sind wichtig für die Bauern, für abgelegene Familien und für den Tourismus: Die kleinen Luftseilbahnen im Kanton Nidwalden. So wichtig sie sind, so bedroht sind sie aber auch. Gab es mal mehr als 40 solche Bahnen, sind es heute nur noch über 20. Weil die Vorschriften immer strenger werden müssen viele Betreiber aufgeben. Um dies zu verhindern gibt es seit zwei Jahren der Verein für Kleinseilbahnen. Der erste Erfolg ist nun da: Die Kleinseilbahn Fell-Spies ist gerettet.

"Die Kleinseilbahnen sind ein wichtiges Kulturgut und das Markenzeichen des Kanton Nidwaldens", sagt Paul Odermatt, Präsident der Freunde der Kleinseilbahnen. Deshalb unterstützt der Verein die 23 Kleinseilbahnen im Kanton Nidwalden. Josef Durrer betreibt seit 30 Jahren die Seilbahn Fell-Spies und er hat vor zwei Jahren nicht daran geglaubt, dass die Bahn überlebt. "Ich war der Einzige, der gezweifelt hat. Aber jetzt bin ich froh, dass ich weiter machen kann", so Josef Durrer. Er wohnt bei der Bergstation und nutzt die Seilbahn um ins Dorf zu kommen. Gerade im Winter sei dies meistens die einzige Transportmöglichkeit.

Sanierung der Kleinseilbahn

Gemeinsam haben der Seilbahnverband Nidwalden und die Freunde der Kleinseilbahnen den Umbau der Spiesbahn in Angriff genommen. Zentral dabei war eine an die Bedürfnisse der Besitzer von Kleinseilbahnen angepasste Steuerung: ein weltweiter Prototyp und ein Meilenstein für die Zukunft der Kleinseilbahnen in der Schweiz. Die Freunde der Kleinseilbahnen hatten an der Generalversammlung vor einem Jahr die Entwicklung und Zertifizierung der Steuerung mit 100'000 Franken unterstützt und ermöglicht.

Geschichte der Kleinseilbahn Fell-Spies

Es ist der dritte grosse Umbau dieser bald 100-jährigen Bahn. 1923 wurde sie durch den Grossvater des heutigen Besitzers Sepp Durrer erbaut. Wie damals üblich, fuhr sie mit Wasserballast und Gegengewicht. 1950 wurde die Anlage mit einem 10-PS-Motor elektrifiziert. 1974/75 folgte der Neubau der Bahn durch die Engelberger Firma Gebr. Odermatt AG, die nun auch diesen Umbau von 2019 realisiert hat.

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