Wegen Wolf, Luchs und Biber: Neues Jagdgesetz für Kanton Luzern

Kantonsregierung will eine zukunftsgerichtete Jagdorganisation

Gegen den Wolf sollen schärfere Massnahmen getroffen werden Er ist gross und mächtig, scheut sich aber in der Regel vor Menschen: der Bär. Ein ausgestopfter Biber, daneben der Schädel von einem Reh Ausgestopfer Biber, Rehschädel,Wildsauschädel, Gems- und Hirschgeweihe, ausgestopfter Kohlrabe und Rotmilan (v.l.n.r.) Jagdbläser im Kanton Luzern

Die zunehmende Verbreitung von Hirschen und Wildsäuen sowie das vermehrte Vorkommen von geschützten Arten wie Luchs, Wolf und Biber stellt die Jäger im Kanton Luzern vor neue Herausforderungen. Nun soll das kantonale Jagdgesetz an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden.

Die Luzerner Kantonsregierung hat am Mittwoch das komplett überarbeite kantonale Jagdgesetz vorgestellt. Die Totalrevision habe sich aufgedrängt, erklärte Regierungsrat Robert Küng, Vorsteher des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements. Das über 25-jährige Gesetz sei fast gänzlich auf die Rehwild-Jagd ausgerichtet und müsse deshalb an die veränderten Artenvorkommen und Wildbestände sowie das seither geänderte Bundesrecht angepasst werden.

Artenmanagement wird zur Pflicht

Mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf wolle man die Luzerner Tradition einer freiheitlichen Jagdgesetzgebung bewahren. Diese sei sehr effektiv und habe sich bewährt. Die Jägerinnen und Jäger sollen also auf ihrem Territorium also weiterhin verantwortlich und eigenständig bleiben. Wenn es um die geschützten Grossraubtiere wie beispielsweise Luchs oder Wolf geht, müssen sich die Jäger neu aber mit dem Kanton zusammenarbeiten – von der Bestandeserhebung bis zur Abschusserfüllung.

Die seit Jahrzehnten bewährte Mitverantwortung der Gemeinden bei Wildschadenverhütung und -vergütung soll weitergeführt werden. Die Vertreter der Gemeinden würden die lokalen Verhältnisse am besten kennen.

Neue Umverteilung von Geldern

Auf Ablehnung stiess der vorgeschlagene Wechsel bei der Verteilung der Jagdpachtzinserträge zwischen Kanton und Gemeinden. Neu sollen zwei Drittel der Jagdpachterträge an den Kanton und ein Drittel an die Gemeinden gehen. Das entspricht einer Umkehr des bisherigen Verteilschlüssels. Die Mindereinnahmen für alle Gemeinden betragen laut der Kantonsregierung insgesamt rund 250’000 Franken.

Die Umverteilung ist gemäss der Kantonsregierung notwendig, weil sich die Aufgaben und die Koordinationsleistungen des Kantons im Zusammenhang mit den Wildtieren durch die geplanten Gesetzesanpassungen kantonal und interkantonal vervielfachen werden. Dies betreffe weniger die gängigen, jagdbaren Arten wie zum Beispiel Rehe oder Gämsen, sondern immer stärker den professionellen und artschutzgerechten Umgang mit geschützten Arten wie Luchs, Wolf oder Biber.

Das komplett überarbeite Luzerner Jagdgesetz soll voraussichtlich im Oktober 2017 im Kantonsparlament beraten werden. In Kraft treten soll es auf den 1. April 2018. 

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