Vernetzt: DJI Spark - die Drohne, die das Gesetz umgeht

Mit 300g Gewicht fällt sie in die Kategorie "Spielzeug"

Mit der DJI Spark hat der Drohnenhersteller ein Modell unter 500g geschaffen, welches in der Schweiz durch diverse gesetzliche Raster fällt, weil es als Spielzeug gilt. Die Mini-Drohne lässt sich auch ganz ohne Smartphone oder Fernbedienung verwenden und für einfachere Aufgaben nur über Gesten steuern. Die DJI Spark gibt es in fünf verschiedenen Farben Nur Modelle zwischen 0.5 und 30 Kilogramm fallen unter die gesetzlichen Flugverbote. Man wollte offenbar, dass nicht jeder Mini-Büroheli-Pilot potenziell mit dem Gesetz in Konflikt gerät.

Die Aufmerksamkeit war gross, als der bekannte Drohnenhersteller DJI (Phantom-Reihe) vor ein paar Tagen sein neustes Modell vorstellte. Die DJI Spark ist unglaublich klein und leicht - und trotzdem macht sie tolle Fotos und Videos und lässt sich dazu erst noch mit Gesten steuern. Das eigentlich bemerkenswerte ist allerdings: Mit 300g gilt sie in der Schweiz als Spielzeug und fällt durch alle Raster, welche kürzlich eingeführt wurden, um die Drohnenfliegerei etwas einzuschränken. 

In der Stadt Luzern zum Beispiel braucht man fast überall eine Bewilligung von Skyguide um eine Drohne steigen zu lassen, weil man sich im Radius von 5 km vom Flugplatz Emmen befindet. Das gilt allerdings nicht für Modelle unter 500g - welche als Spielzeug behandelt werden. Man wollte wohl vernünftigerweise nicht jeden Indoor-Mini-Helikopter-Piloten zum Verbrecher machen. Allerdings gab es zur Zeit der Gesetzgebung auch noch keine Drohnenmodelle in dieser Gewichtskategorie, welche mehr als 3-4 Meter über Boden nicht beim leisesten Windstoss im nächsten Baum gelandet wären. Die DJI Spark setzt da neue Massstäbe - mit ihr lässt sich problemlos durchaus auch auf 150 Meter steigen - und damit zumindest in Spitalnähe durchaus auf Augenhöhe mit dem anfliegenden REGA-Heli. Auch das Verbot, über Menschenansammlungen zu fliegen, gilt so nicht für Spielzeug. Vernünftigerweise macht man natürlich beides nicht - aber hier entsteht mit der DJI Spark eine Gesetzeslücke. 

DJI Spark - Verkaufsschlager für DJI
Das neue Modell kann man mittlerweile vorbestellen - die Lieferzeiten betragen für Europa bereits mehr als einen Monat. Es ist davon auszugehen, dass die 599 Euro teure Mini-Drohne einen Nerv der Zeit getroffen hat. Sie lässt sich aus der Hand starten und landen und mit Gesten steuern. Nur für komplexere Flugbewegungen braucht man das Smartphone oder eine separate Fernbedienung, um die Drohne zu steuern. Sie kann nicht nur Selfies aus spannender Vogelperspektive - sie kann beim Biken oder Skifahren auch in den Verfolgermodus geschaltet werden, wo sie einem dann wie ein Schatten folgt. Oder sie macht Hollywood-mässige Gruppenvideos auf Knopfdruck. Zudem lässt sie sich angesichts von Gewicht und Grösse halt überallhin mitnehmen. 

 

Audiofiles

  1. Vernetzt vom 30. Mai 2017. Audio: Boris Macek & Liliane Küng

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